Darum solltest Du keinen Welsh Corgi Pembroke besitzen

Die liebe Laura von Pfötchentraining- by Lycheethepoodle wollte gern wissen, was einen Welsh Corgi Pembroke so ausmacht.

Für alle, die noch nicht so lange dabei sind, möchte ich zur Einstimmung auf das Thema meine Welsh Corgi Pembroke – eine Liebeserklärung empfehlen.

Und nun geht es los!

1. Charakterzüge

Der Welsh Corgi Pembroke (WCP) wird, nicht zuletzt durch großflächige Unterbringung in Film („The Queens Corgi“, „Pets“, etc.) und Fernsehen ( Sendungen über die Queen, toller Beitrag über Corgis im SWR), immer beliebter. Leider, muss man dazu sagen.

Jeder, der im WWW, facebook, Instagram & Co. unterwegs ist, hat mindestens ein Video oder Bild eines „lustigen“ runden, in Form geschorenen Flauschpopos gesehen. Meist gepaart mit „niedlichen“ Kostümchen und allerhand Accessoires. Und oft einfach tierisch fett.

Dabei wird das wahre Wesen eines Corgi durch das niedliche Aussehen oft verkant.

Ja, es sind Begleithunde. Ja, sie sind mit knapp 10 – 13 kg (siehe Rassestandard) und mit einer Schulterhöhe von ~ 30 cm handlich. Mal „eben unter den Arm klemmen“ geht eher bei den leichteren Vertretern, denn einige Corgis haben auch mit 17kg eine Idealfigur. Natürlich kommt es auch auf die körperliche Eignung des Halters an 😉

Nami_Sommerfell

Nami im Größenvergleich zu Herrchens Beinen.

Aber sie sind ursprünglich Hüte- und Treibhunde und zeigen diese Eigenschaften, je nachdem wie genau sie ihren Rassestandard gelesen haben, deutlich.

Nicht umsonst waren die Corgis der Queen (nicht nur reinrassige Pembrokes, es waren auch Mixe dabei) als „Wadenbeißer“ bekannt. Denn die niedrige Schulterhöhe war nicht ein Gimmick, um die Hunde fix auf den Arm zu klemmen, wenn es brenzlig wird, sondern um elegant unter den Huftritten der Rinder davon zu schlüpfen. Falls ein Rindvieh mal nicht so wollte wie der Corgi, wurde von diesem kurzer Hand die Beißerchen eingesetzt. Dieses „zwicken“ (engl. „heeling“) in die Hinterläufe der Rinder war für die ursprüngliche Aufgabe eines Corgi – als eigenständig denkender Rindertreibhund in der walisischen Ecke „Pembroke“.

Außerhalb der Treibsaison waren sie oft die einzigen Spielkameraden der Kinder auf den entlegenen Höfen, Ratten- und Mäusefänger, sowie helfende Hand beim Treiben von Schafen und Rindern.

  • Äußerst clever, da sie mitdenken mussten.
  • Sturköpfigiger als die Rindviecher, die man oft überzeugen muss.
  • Charmant, um mehr Futter zu erhalten (Viel hilft ja bekanntlich viel!).
  • Loyal zu ihrer Bezugsperson (oder mehrere).
  • Mit Wach- und Schutztrieb, um „seine“ Menschen und Revier zu beschützen.
  • Ausdrucksstark und ursprünglich in der hündischen Kommunikation.
Nami_spielzeug
Beutespiele findet Nami toll!

Es wäre äußerst schade, den Welsh Corgi Pembroke nur als „süßes Sofakissen“ und niedlichen Cosplayer auf vier Pfoten zu sehen.

Denn sie sind so viel mehr.

Und benötigen eine liebevolle, strenge Erziehung mit klaren Grenzen. Eine harte Hand, so habe ich mit Nami die Erfahrung gemacht, wirft einen viel weiter zurück, als dass es hilft.

Natürlich mag Nami Sofatage und Körperkontakt, fordert das auch ein (vor allem im Sommer mag sie sich nicht so viel bewegen). Sie möchte jedoch geistig gefordert werden, sonst wird ihr langweilig und sie sucht sich eine Aufgabe.

Andere Hunde muss Nami nicht unbedingt haben. Junge, stürmische und distanzlose Hunde werden entsprechend der britischen Kühlheit ausgebremst.

Mit (britischen) Hütehunden kann sie eher etwas anfangen, als mit Labradoren oder Pinschern. Am liebsten unternimmt Nami etwas gemeinsam mit mir oder dem Herrchen. Wenn dann noch ein Ausflug ans Wasser (oder zu Foto-Terminen) ansteht, strahlt sie über das gesamte Gesicht.

Grinsecorgi!

Hast du Ausflug und Kekse gesagt?

2. Wasserratte?

Jep, definitiv.

Nami liebt Wasser.

Ob Pfütze oder Ententümpel, Nami kneippt mit Vorliebe in Corgi-bauchtiefem Wasser.

Elbe, Nordsee- oder Ostseewasser findet sie so lange toll und lustig, wie die Beine den Boden berühren. Schwimmen kann sie, traut sich aber noch nicht und bleibt eher auf der sicheren Seite (oder da, wo Frauchen lachend Kekse verteilt).

3. Jagdhund, Hütehund – FCI Kategorie?

Der Welsh Corgi Pembroke ist eine von der FCI anerkannte Rasse und wird als Schäferhund in Kategorie 1 „FCI Gruppe 1 Hüte und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung. “ geführt.

(siehe Rassestandard WCP)

4. Wie ist das Training mit einem WCP?

Nami war bis zur ersten Läufigkeit überhaupt nicht mit Leckerli oder Keksen zu motivieren. (Toll, so als Ersthundehalter, der nur die Tipps „Clicker und Keksen“ bekommen hat und es einfach nicht funktionierte)

Das gemeinsame Spiel mit Zerr-oder Tau-Seilen, Safestickx oder Frisbee hingegen klappte super.

Nach der ersten Läufigkeit merkte Nami, dass es einen Zusammenhang zwischen „Hunger“ und „Futter“ gab. Ebenso ratterte es im Jungspundcorgihirn, dass gemeinsames Spielen, Erarbeiten und Problemlösen Spaß macht, gemeinsam mit dem Menschen.

Seitdem ist sie auch mit Keksen und Leckerli zu motivieren. Einige Tricks hat sie schnell gelernt, andere brauchten Wochen und abstraktes Lehren meinerseits, damit sie es checkte und für sinnvoll hielt.

Das Alleinebleiben haben wir kleinschrittig und langsam aufgebaut. Kaputt gegangen ist doch einiges (PVC, Teppich & Tapete, sowie einige Holzmöbel wurden verschönert), doch mittlerweile klappt es super.

Corgdad

5. Welche Vorteile hat der WCP?

Sie sind unheimlich motivierend, versprühen gute Laune und sind wandelnde Sonnenscheine, wenn es ihnen gut geht.

Sie sind clever und das gemeinsame Lernen macht Spaß und bringt die nötige Herausforderung und Geduldsprobe (für beide Seiten) mit sich.

Sie sind handlich, um sie schnell aus brenzligen Situationen herauszuheben, wenn das Ego mal wieder größer war als der Gewichtsunterschied zum Gegenüber.

Sie sind treu, loyal und suchen die Zusammenarbeit.

Sie mögen Situationen gemeinsam lösen und melden jede Kleinigkeit, die sich in ihrem gewohnten Umfeld verändern. Was in der walisischen Pampa kein Problem und sogar gewünscht war, wird zur Trainingsaktion im Mehrparteienhaus 🙂

6. Welche Nachteile hat der WCP?

Bei all dem niedlichen Aussehen wird der WCP zu schnell als Sofa- und „Nebenbeihund“ abgestempelt. Ja, es gibt Vertreter, die nebenbei herlaufen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eher die Ausnahme ist.

Bei harter Führung ziehen sie sich zurück und werden „stumpf“, denn sie sind trotz der Dickköpfigkeit Sensibelchen.

Der Hype momentan (Sommer 2019) wird der Rasse nicht gut tun, schwemmen schon jetzt „Corgi-Mixe“ und „liebevolle Hobbyzüchter ohne anerkannten Verein“ auf die gängigen Plattformen.

WCP können, wenn die Grenzen nicht klar sind, zu terrorisierenden Kontrollettis werden, die nach vorne gehen ( stellen, beißen, etc.). Denn sie finden, dass es dann ihre Aufgabe ist, für Sicherheit zu sorgen.

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Nami und Herrchen am Strand von Boltenhagen im Juni 2019

7. Wem würde ich zu einem WCP raten?

Offenen, positiv arbeitenden Menschen, die einfühlsam sind und den Hund nicht überfordern.

Geduldigen, freundlichen, humorvollen Futterspender, die sich nicht gleich von den Knopfaugen um den Finger wickeln lassen.

Konsequent und Nachsichtig handelnden Herrchen und / oder Frauchen / divers, die Ruhe aussstrahlen (lernen) und sich mit Hundeverhalten auseinandersetzen.

Aktiven Menschen, die gern mit dem WCP gemeinsam Dinge unternehmen und auch Abstriche machen können, wenn der Hund mal nicht mit ins Restaurant darf. (Und sich freut, wenn die Belegschaft ungefragt Wassernapf und Möhre vorbei bringt)

8. Kurze Vorstellung (fast) zum Schluss

Danke, dass Du bis hierher gelesen hast!

Wir sind Luisa (Frauchen), Sebastian (Herrchen) und Nami, eine WCP-Hündin. Nami ist der erste Hund in unserer Familie und wir sind demnach Ersthundbesitzer. Nami ist 2015 geboren und stammt aus der Zucht von Nancy Leetz-Rosenbohm aus Magdeburg.

Meine Erfahrungen, Eindrücke und Berichte habe ich mit Nami gemacht. Ich stehe über Facebook, als auch über die anderen social-media Bereiche im Austausch mit anderen WCP und Welsh Corgi Cardigan Haltern. Meine Informationen habe ich durch viel Recherche, Austausch mit anderen Hundehaltern, Lektüre von diversen positiv arbeitenden Hundebüchern, als auch Foren erlernt. Ich interessiere mich für hundegerechte Auslastung und Verhaltenskunde, sowie über artgerechte Fütterung, bin aber bei weitem kein Experte. Ich lerne gern dazu!

9. Worum geht es in unserem Blog eigentlich?

Mein Ziel ist es, den Corgi mit all seinen Facetten darzustellen. Nami ist eine gute Rassevertreterin, auch wenn sie Fremden gegenüber zurückhaltend, auf ihre Menschen fixiert und bei stressigen oder ungewohnten Situationen schnell hochdreht.

Nebenbei berichte ich über handwerkliche und kulinarische Projekte, sowie unseren Umstieg in ein nachhaltiges Leben.

Schaut also gern vorbei!

Viele Grüße aus Hamburg,

Nami & Anhang

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Gänseblümchen zum Osterfest

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